Hundeschule am Steinhuder Meer
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Patenfamilien für zukünftige Blindenhunde

Damit wir bestmögliche Blindführhunde ausbilden können, sind wir auf die Hilfe von lieben Patenfamilien angewiesen. Ich bitte Sie, falls Sie Interesse an einem Patenhund haben, nicht aus einer spontanen Laune heraus zu entscheiden. So ein Schritt sollte nur nach ernsthafter Überlegung erfolgen. Denn Sie erfüllen mit dem neuen Vierbeiner und mir als Trainer eine wichtige - und auch schöne - Aufgabe.

Die Patenfamilie

Patenfamilien betreuen den Welpen und Junghund in seinem ersten Lebensjahr. Sie bereiten ihn damit auf das Leben als Blindenführhund vor. Dafür bedarf es viel Engagement, um die nötige Zeit und Liebe in den zukünftigen Lebenshelfer zu investieren. Während dieser Zeit werden die Familien von uns unterstützt. Unter anderem nehmen sie an regelmäßigen Trainingstreffen teil.

Als Patenfamilie spielen Sie eine entscheidende Rolle im Leben eines Blindenführhundes. Ihre Aufgabe ist es, ihn richtig zu sozialisieren, an ein Familienleben zu gewöhnen und mit allen Umweltreizen vertraut zu machen. Damit bereiten sie das Tier entscheidend auf seine zukünftige Aufgabe vor. Nehmen Sie also den Welpen überall mit hin und machen Sie ihn mit unterschiedlichen Reizen sowie Situationen vertraut: Verkehr, Innenstadt, Baustelle, Bahnhof, Flughafen, Autofahren, öffentliche Verkehrsmittel, viele Menschen, andere Tiere. Je besser sozialisiert, um so leichter wird am Ende eine erfolgreiche Ausbildung.

Das bedeutet, eine zukünftige Patenfamilie sollte engagiert sein, Hunde mögen und bereit sein, Zeit in eine sinnvolle Aufgabe zu investieren. Im Optimalfall sind Sie eine Familie mit Kindern ab fünf Jahren. Ein Familienmitglied sollte immer zu Hause sein oder den Hund mit zur Arbeit nehmen dürfen. Andere Haustiere sind kein Problem, solange es kein eigener Hund ist. Das Risiko ist zu groß, dass der Patenwelpe in seiner Entwicklung durch den Ersthund negativ beeinflusst wird. In Ausnahmefällen ist auch eine Patenschaft mit eigenem Hund möglich, sofern dieser absolut vorbildlich im Verhalten ist. Außerdem sollte die Arbeit mit dem Patenhund (Spaziergänge, Sozialisierung, Training) alleine stattfinden. Es gibt natürlich nicht DIE perfekte Familie für eine Patenschaft. Am Ende muss individuell entschieden werden.

Der Ablauf

Alle interessierten Familien werden zu Hause zu einem Bewerbungsgespräch besucht. In diesem Rahmen beantworten wir alle offenen Fragen und klären, ob die Interessenten als Patenfamilie für einen unserer angehenden Blindenführhunde geeignet sind. Sollte dem so sein, nehmen wir Sie auf unsere Warteliste auf. Sobald ein passender Welpe gefunden ist, informieren wir Sie.

Die Welpen ziehen im Alter von acht bis zwölf Wochen in ihr neues Zuhause, in dem sie die nächsten zwölf bis 15 Monate bleiben. Mit dem Einzug des Welpen erhält die Patenfamilie eine Erstausstattung, Futter sowie ein Handbuch für die Welpenausbildung. Die laufenden Kosten wie Haftpflichtversicherung, Tierarzt etc. übernimmt die Hundeschule.

Als Patenfamilie lernen Sie von mir in den regelmäßigen Trainingstreffen, wie Sie dem Welpen die richtige Grunderziehung beibringen und ihn auf seine zukünftige Arbeit vorbereiten. Hierzu gehören Kommandos wie Sitz, Platz, Komm sowie das Laufen an der lockeren Leine. Blindenführhunde lernen zum Beispiel, immer an der linken Seite des Menschen zu bleiben, an Bordsteinen zu halten und sich beim Rückruf mit einem taktilen Signal bemerkbar zu machen. Im Rahmen dieser wöchentlichen Termine treffen Sie außerdem andere Patenfamilien, können sich austauschen und neue Bekanntschaften schließen.

Nach zwölf bis 18 Monaten kommt der Junghund zu mir, und die Ausbildung zum Blindenführhund beginnt. In den kommenden vier bis zwölf Monaten lernt er alles rund um seine zukünftigen Aufgaben. Im Anschluss folgt die Zusammenführung mit seinem sehbehinderten Partner. In dieser Zeit informiere ich Sie regelmäßig über das Training Ihres Patenhundes. Sobald der Hund und sein neuer Begleiter ein Team geworden sind, wird die Patenfamilie auch zur Feier der bestandenen Abschlussprüfung eingeladen - ein wunderbarer Ausgang einer langjährigen Partnerschaft. Nicht selten entstehen dabei auch neue Freundschaften unter den Beteiligten.

Eignet sich das Tier doch nicht für ein Leben als Blindenführhund, fragen wir als erstes die Patenfamilie, ob sie den Vierbeiner fest übernehmen möchte. Sollte sich die Familie dagegen entscheiden - um zum Beispiel weiterhin als Paten zur Verfügung zu stehen -, vermitteln wir den Hund an eine liebevolle Familie. Wir haben für unsere Karrierewechselhunde eine Warteliste, auf der Familien stehen, die sehr gerne einem so gut erzogenen Familienhund ein Zuhause bieten möchten. Doch erhält nicht die erste Familie auf der Liste den Hund. Vielmehr wird geprüft, zu welchem Bewerber das Tier am Besten passt.

Der Blindenführhund

Ein Blindenführhund ist der ständige Wegbegleiter eines blinden oder stark sehbehinderten Menschen, mit dem er zusammen wohnt. Er leitet und begleitet bei sämtlichen Wegen, führt durch den Straßenverkehr und unterstützt beim Einkauf. Denn im Gegensatz zu anderen Hunden darf ein Blindenführhund in jeden für die Öffentlichkeit zugänglichen Raum, also auch zum Metzger oder ins Krankenhaus. Der ausgebildete Blindenführhund passt auf, dass sein Mensch sich nirgendwo stößt oder stürzt. Darüber hinaus ist er oft Seelsorger und ein Bindeglied zur "Außenwelt".